Was tun, wenn Sie eine erschreckende Statistik sehen: relatives und absolutes Risiko
„Das Risiko verdoppelt sich!“ erschreckt, bis man erfährt, dass es von einem auf zwei Fälle pro Million gestiegen ist. Eine prozentuale Veränderung sagt nichts darüber, wie viele Menschen betroffen sind, solange der Ausgangswert fehlt. Bevor Sie entscheiden, wie besorgt Sie sein sollten, rechnen Sie die Zahl in Menschen um.
Relative Angaben („senkt das Risiko um 25%“) wirken größer und überzeugen stärker als absolute („ein Mensch weniger von 1000“), werden aber nicht besser verstanden (Cochrane). Gigerenzers historisches Beispiel: In den Mammographie-Studien starben in 10 Jahren etwa 4 von 1000 Frauen ohne Screening an Brustkrebs und etwa 3 von 1000 mit Screening. Das sind die „25% weniger“ und zugleich ein Todesfall weniger pro 1000 Frauen in 10 Jahren; es sind ältere Studiendaten zum Üben der Rechnung, keine aktuelle Schätzung.
Was zu tun ist
- In „von 1000“ übersetzen: wie viele vorher, wie viele nachher.
- Nach dem Zeitraum fragen und danach, wer untersucht wurde.
- Die NNT ausrechnen: 1 geteilt durch die absolute Differenz.
- Dieselben Fragen an hoffnungsvolle Zahlen stellen.
Wann es anders ist
Bei hohem Ausgangsrisiko zählt auch eine relative Veränderung. Dass die IARC (WHO) verarbeitetes Fleisch und Tabak in dieselbe Gruppe einordnet, heißt: Für beide ist gut belegt, dass sie Krebs verursachen — nicht, dass sie gleich gefährlich sind. Ändern Sie keine Behandlung wegen einer Schlagzeile, sondern sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eigene Laborwerte folgen einer eigenen Logik: Blutwerte lesen.
Quellen
Geprüft: 24. September 2026
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